Missionale Kirche

Kirche im Hören, Lernen und Erproben

Missionale Kirche beschreibt eine Haltung kirchlichen Handelns, die sich konsequent an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientiert. Sie fragt danach, wie Kirche heute glaubwürdig, ansprechbar und lernbereit sein kann – nicht aus sich selbst heraus, sondern im Hören auf Gott, auf die biblische Tradition, auf andere Menschen und auf die Kontexte, in denen sie leben.

In der Evangelischen Kirche im Rheinland ist missionales Denken eng verbunden mit dem Auftrag, das Evangelium in einer sich wandelnden Gesellschaft zur Sprache zu bringen. Missionale Kirche versteht Gemeinde nicht als abgeschlossenen Raum, sondern als offene, lernende Gemeinschaft, die sich immer wieder neu ausrichtet.

 

Worum es bei missionaler Kirche geht

Missionale Kirche kehrt vertraute Blickrichtungen um. Sie fragt nicht zuerst, wie Menschen zur Kirche kommen, sondern wie Kirche sich auf Menschen, Milieus und Sozialräume zubewegt. Dabei geht es nicht um neue Programme oder kurzfristige Effekte, sondern um eine geistliche Grundhaltung.

Diese Haltung ist geprägt vom Vertrauen darauf, dass Gott bereits in der Welt wirkt – auch außerhalb kirchlicher Strukturen. Kirche nimmt diese Wirklichkeit wahr, hört zu und beteiligt sich an dem, was vor Ort bereits geschieht.

Missionale Kirche entsteht deshalb immer kontextuell. Sie entwickelt sich aus konkreten Situationen, Beziehungen und Fragestellungen heraus. Einheitliche Modelle oder Rezepte gibt es nicht.

 

Zentrale Merkmale missionaler Kirche

Vom Kontext her denken
Missionale Kirche orientiert sich an den konkreten Lebensrealitäten vor Ort. Sozialer Raum, kulturelle Prägungen und biografische Erfahrungen werden ernst genommen und in kirchliches Handeln einbezogen.

Lernen durch Erproben
Neue Formen kirchlichen Lebens entstehen oft im Experiment. Erprobung, Reflexion und Weiterentwicklung gehören zusammen. Auch das Scheitern einzelner Ansätze ist Teil eines geistlichen Lernprozesses.

Haltung vor Methode
Missionale Kirche ist kein Methodenbaukasten. Entscheidend ist eine Haltung des Zuhörens, der Beziehungsgestaltung und der Offenheit für Veränderung.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Missionale Prozesse leben von Teamarbeit, Beteiligung und unterschiedlichen Perspektiven. Haupt- und Ehrenamtliche gestalten sie gemeinsam.

 

Missionale Kirche in der EKiR

Die Evangelische Kirche im Rheinland begleitet missionale Entwicklungen in Gemeinden, Kirchenkreisen und kirchlichen Einrichtungen. Dabei geht es um geistliche Reflexion, fachliche Beratung und die Vernetzung unterschiedlicher Initiativen.

Missionale Ansätze stehen in engem Zusammenhang mit kirchlichen Erprobungsformaten und Zukunftsprozessen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung kirchlichen Lebens unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen.

 

Beispiele aus der Praxis

Missionale Kirche zeigt sich in vielfältigen Formen: in neuen Gottesdienstformaten, in dialogischen Gesprächsräumen, in sozialraumorientierten Projekten oder in geistlichen Angeboten jenseits klassischer Gemeindegrenzen. Oft entstehen diese Initiativen aus konkreten Begegnungen und wachsen schrittweise.

Gemeinsam ist ihnen der Versuch, Kirche verständlich, ansprechbar und lernbereit zu gestalten.

 

Weiterführende Informationen
Missionale  

Kirche im Sozialraum

City-Kirchen

offene Kirchen

Pilgern

Zukunftsprozess „ekir2030“ 

 

Kontakt und Beratung

Gemeinden, Kirchenkreise und kirchliche Initiativen, die sich mit missionalen Fragestellungen beschäftigen oder neue Wege erproben möchten, werden in der Evangelischen Kirche im Rheinland von Kirchenrätin Pfarrerin Simone Enthöfer fachlich begleitet.

Simone Enthöfer: simone.enthoefer@ekir.de
Greta Reichart (Assistenz): greta.reichart@ekir.de